Undenheimer Gemeindeverwaltung & BFU projektiert Haus der Vereine an den Vereinen vorbei

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Die Landskrone der Allgemeinen Zeitung Mainz berichtet.

 

Undenheim 03.04.2017

 

Vereine gegen ein Haus der Gemeinde

 

 

Von Wolfgang Kröhler

INFOABEND Konzept des umstrittenen 600 000-Euro-Projekts stößt in Undenheim auf Skepsis

UNDENHEIM - Seit etwa einem Jahr wird im Undenheimer Gemeinderat heftig über den Bau eines „Hauses der Gemeinde“ gestritten. Die Verwaltung hatte diese Idee im Zusammenhang mit dem Sportplatzneubau an der Goldbachhalle ins Spiel gebracht, die Idee wurde von der BfU-Mehrheitsfraktion unterstützt. Die Kosten für das Haus sollen bei rund 600 000 Euro liegen.

 

Im Haushaltsplan waren die ersten Mittel bereitgestellt, auf Antrag der SPD-Fraktion wurde dieser Posten jedoch vorerst gestrichen. Man vermisse ein Nutzungskonzept; ein weiterer Kritikpunkt war, dass die späteren Nutzer eines solchen Hauses, in erster Linie die Vereine, nicht in die Planung eingebunden gewesen seien. Dies wollte der SPD-Ortsverein bei einem Infoabend nachholen – und die Resonanz im evangelischen Gemeindehaus war beachtlich. Die Genossen hatten dazu einen Fragebogen entworfen, der sich mit der aktuellen Situation, Wünschen für die Zukunft und Nutzungsentgelten befasste.

 

Ortsrandlage wird als Problem gesehen

Das erstaunliche Feedback: Kein anwesender Vereinsvertreter bekannte sich deutlich zu den Vorstellungen der Gemeinde – im Gegenteil. Zwar wurde die Notwendigkeit einer zentralen Anlaufstelle für Vereine offenkundig, ein Haus in Ortsrandlage im Zuge des Sportplatzbaues aber als problematisch angesehen. Vor allem Landfrauen und beide Gesangvereine favorisierten das evangelische Gemeindehaus im Ortskern als Veranstaltungsstätte. Turnverein und die VfR-Fußballer besitzen ohnehin eigene Räumlichkeiten – und für größere Events ist die Goldbachhalle da.

 

Klar ist allerdings, dass das evangelische Gemeindehaus einer Renovierung, wenn nicht sogar Generalsanierung bedarf, bestätigte Pfarrer Frank Holzbrecher. In der Kirche mache man sich intensiv Gedanken, ein Fachausschuss sei kräftig am Werkeln. „Wir lieben alle unser Gemeindehaus, für die evangelische Kirche alleine ist es aber zu groß“, meinte er.

 

Aus der Runde kam der Vorschlag, dass Kirche und Gemeinde gemeinsam ein Zukunftskonzept für das Kirchenhaus entwickeln sollten, wobei an den Einbau eines Aufzuges, eine ordentliche Küche und an die Einrichtung eines Jugendtreffs gedacht werden müsse. Neben der zentralen Lage sei auch von Vorteil, dass direkt vor dem Gebäude eine Bushaltestelle ist.

 

Eine Reihe von Fragen noch zu klären

Im weiteren Verlauf zeigte sich, dass alle Planungen im Zusammenhang mit einem Dorfentwicklungskonzept zu sehen seien. Manfred Elsheimer, der die Ortsrundgänge organisiert, meinte: Wenn man wolle, dass der Bereich um den Wiegand-Will-Platz und das evangelische Gemeindehaus dasOrtszentrum bleibe, müsse man weiter denken. So könnte das benachbarte Feuerwehrhaus nach einer möglichen Verlagerung ins Gewerbegebiet für Vereinszwecke genutzt werden, ebenso der direkt daneben liegende alte Kindergarten. Dann hätte man ein echtes Dorfzentrum. In Feuerwehrangelegenheiten hat zwar die Verbandsgemeinde Rhein-Selz die Entscheidungshoheit, könnte aber für Undenheim, Köngernheim und Friesenheim eine gemeinsame, zentral gelegene Feuerwache installieren.

In jedem Fall kam keine Begeisterung für ein Haus der Gemeinde in Ortsrandlage auf. Thomas Zimmerer, Vorsitzender der CDU, stellte fest, dass „heute das erste Mal überhaupt mit den Vereinen gesprochen wird und es zeigt sich, dass viele grundsätzliche Fragen noch nicht geklärt sind“. Und sein Kollege von der WLU, Connor Planz, meinte, dass eine Reihe von Fragen hinsichtlich der Dorfentwicklung zu klären seien. Christa Möller, die SPD-Vorsitzende, kündigte an: „Wir bleiben gemeinsam am Ball.“ Nach Auswertung der Fragebogen wird die SPD ihre weitere Marschroute abstecken.

 

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