Stimmen zum Austritt von Marcus Becker aus der BFU am 9.2.2017

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Die Landskrone berichtet

 

Undenheim 11.02.2017

„Wer Kritik übt, sollte sich an die eigene Nase fassen“

Nicht mehr  in einer Wählergruppe – und auch nicht auf einer Wellenlänge: Ortsbürgermeister Wilhelm Horn (rechts) und Marcus Becker (links). In der Mitte Rüdiger Möller vom Heimatverein.	Foto: hbz/Bahr

 

Von Wolfgang Kröhler

AUSTRITT Horn reagiert verhalten auf Beckers Schritt / Zu viel Nähe zur Opposition?

UNDENHEIM - Für die meisten Ratsmitglieder kam der Austritt des Ersten Beigeordneten Marcus Becker aus der BfU (die AZ berichtete) überraschend. Hinter vorgehaltener Hand wurde Becker eine zu große Nähe zur Opposition vorgeworfen. Er selbst hält sich nach wie vor bedeckt, will keine Schlammschlacht und schon gar nicht „Personen angreifen“.

Zwischen den Zeilen hört man aber bei ihm durch, dass er mit der programmatischen Ausrichtung nicht mehr so einverstanden war, was sich vor allem an einem Punkt festmachen lässt: Die Dorfentwicklung müsse verstärkt vorangetrieben werden, wo steht Undenheim in fünf bis zehn Jahren – das sind entscheidende Fragen, die ihn bewegen. Dass er auch weiterhin, jetzt als Parteiloser, als Erster Beigeordneter fungieren will, darin sieht Becker kein Problem. „Ich bin ohnehin für eine saubere Trennung von Verwaltungs- und Parteiarbeit, Gemeinderatsbeschlüsse müssen ganz einfach umgesetzt werden“, stellt er nüchtern fest. Seine ganz Kraft will er aktuell einbringen für einen schönen Ablauf der 1250-Jahr-Feier und für den Fortgang der Planungen „Alter Wehrfriedhof“. Dennoch wird gemunkelt, dass er die Nachfolge von Wilhelm Horn als Ortsbürgermeister anstrebe. „Nur so viel dazu: Mein BfU-Austritt war keine strategische Entscheidung“, sagt er auf AZ-Anfrage. Was seine politische Zukunft bringe, da mache er sich erst in ein, zwei Jahren Gedanken.

„Jeder ist seines Glückes Schmied“, reagierte Ortsbürgermeister Wilhelm Horn (BfU) auf den Becker-Austritt. Die in diesem Zusammenhang zu hörende Kritik an seiner Person kann Horn nicht nachvollziehen. Er müsse sich an Gemeinderatsbeschlüsse halten, er koche nicht sein eigenes Süppchen. „Wer Kritik übt, der sollte sich doch zunächst einmal an die eigene Nase fassen“, erklärt der Bürgermeister auf AZ-Anfrage. Was die künftige Zusammenarbeit mit Becker angeht, so sieht das Horn ganz nüchtern: „Ich muss meine Arbeit machen, er muss seine Arbeit machen, die Geschäfte müssen weiter laufen, im Mittelpunkt muss immer das Wohl der Gemeinde stehen“.

Gute Wünsche und viel Lob für konsequente Haltung

Für Christa Möller von der SPD ist Beckers Schritt eine logische Konsequenz, denn das Verhältnis zum Ortsbürgermeister sei schon seit Längerem nicht mehr zum Besten bestellt gewesen. Für sein weiteres Wirken als Erster Beigeordneter sagt die SPD-Chefin volle Unterstützung zu. Denn er habe bisher seine Arbeit mit eigenem Geschäftsbereich „ganz hervorragend“ gemacht, er sei zuverlässig und loyal. CDU-Vorsitzender Thomas Zimmerer bewertet Beckers Austritt als konsequenten Schritt, der aber auch die Verschleißerscheinungen innerhalb der BfU aufzeige. Kritik übt er in diesem Zusammenhang an der Rolle des Bürgermeisters. Er müsse stärker in eine Moderatorenrolle schlüpfen und weniger mit Alleingängen agieren.

Die WLU-Fraktion hat den Austritt des „geschätzten Mitglieds der Gemeindeverwaltung“ nach mehr als 20 Jahren aus der BfU zur Kenntnis genommen. „Wir haben Hochachtung vor diesem Schritt, der sich offensichtlich darin begründet, dass Herr Becker mit der Ortspolitik der BfU in Undenheim nicht länger konform geht“, erklären Frank Kowalzik und Oliver Kornmann von der WLU-Fraktion. Für die WLU sei wichtig, dass mit Marcus Becker ein Beigeordneter in der Gemeindeverwaltung verbleibt, der mit Augenmaß, Verantwortung und Weitblick stets zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger Undenheims gehandelt habe und sich hier keinem Fraktionszwang unterwerfen lasse.

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