Urgestein der BFU und 1. Beigeordneter tritt aus BFU aus

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Ein Urgesteine der BFU kehrt ihr den Rücken.

Ein Zeichen am Tag der Ratssitzung: Beratung und Verabschiebung des Undenheimer Haushalts 2017?

 

Die Mainzer Landskrone berichtet

Undenheim 10.02.2017

 

Marcus Becker kehrt der BfU in Undenheim den Rücken

 

Marcus Becker hat die BfU verlassen. 	Foto: Becker

Von Ulrich Gerecke

UNDENHEIM - Mit einem veritablen Paukenschlag hat das kommunalpolitische Jahr in der Ortsgemeinde Undenheim begonnen. Während der ersten Ratssitzung verkündete der Erste Beigeordnete Marcus Becker am späten Donnerstagabend seinen Austritt aus der Wählergruppe „Bürger für Undenheim“. Die BfU hat die Mehrheit im Ortsgemeinderat und stellt mit Wilhelm Horn auch den Ortsbürgermeister.

Becker hatte der 1994 als Bürgerinitiative gegründeten Gruppe seit 20 Jahren angehört, ist also fast ein Mann der ersten Stunde. Über die Gründe für seinen Austritt hüllte er sich zunächst in Schweigen. Im Rat kündigte er lediglich an, er werde sein Beigeordnetenamt bis zum Ende der Legislaturperiode ausüben und auch nicht zu einer anderen Gruppierung oder Partei wechseln, sondern Beigeordnetenamt und Ortsgemeinderatsmandat als Parteiloser erfüllen: „Nach reiflicher Überlegung habe ich entschieden, meine Mitgliedschaft in der BfU zum sofortigen Zeitpunkt aufzugeben und der Gemeindeverwaltung als parteiloses Mitglied anzugehören.“

Zu wenige Schnittmengen und Loyalitätskonflikte

Auf Nachfrage der AZ ließ sich Becker lediglich entlocken: „Die Schnittmenge mit der kommunalpolitischen Ausrichtung der BfU ist zu gering geworden. Es gibt zu wenig Gemeinsamkeiten.“ Mehr wolle er zu seiner Motivation derzeit nicht sagen, aber offensichtlich verspürte Becker zunehmende Loyalitätskonflikte zwischen seiner persönlichen Haltung und den Entscheidungen der BfU-Mehrheit. Er wolle sich nun auf seine Aufgaben in der Verwaltung konzentrieren, im Mittelpunkt steht dabei die Vorbereitung und Durchführung der 1250-Jahr-Feier.

Becker erklärte, er habe seinen Entschluss nicht spontan gefasst, sondern ein rundes halbes Jahr lang reiflich überlegt. Das legt den Schluss nahe, dass die großen kommunalpolitischen Kontroversen in Undenheim in den vergangenen Monaten eine entscheidende Rolle bei seinem Schritt gespielt haben. Dem Vernehmen nach hat ihn vor allem die Diskussion rund um die Sportplatz-Verlegung und -Erneuerung mitsamt der folgenden Debatte um das „Haus der Vereine“ bitter enttäuscht. Im Oktober vergangenen Jahres hatte die Ortsgemeinde eine Bürgerbefragung dazu durchgeführt, damals war von Gesamtkosten von 1,2 Millionen Euro die Rede gewesen. Es gab eine breite Zustimmung, mittlerweile aber sind die Kosten auf zuletzt über zwei Millionen Euro explodiert. Dafür gab es geballte Kritik von der Opposition aus CDU, SPD und WLU, man habe die Bürger bei der Befragung in die Irre geleitet. Auch Becker soll intern sein Missfallen bekundet haben.

Insgesamt, so ist zu hören, soll Becker unglücklich darüber sein, dass die BfU große Teile ihres Wahlprogramms nicht umgesetzt oder gar konterkariert habe. So sei man 2014 mit dem Versprechen angetreten, ein Dorferneuerungskonzept vorzulegen und die Ortskerne zu beleben. Stattdessen bringt der Rat nun – mit BfU-Mehrheit – das nächste Neubaugebiet auf den Weg: „Am Speß IV“.

Im Dezember 2015 hatte Becker bereits den Vorsitz der BfU nach acht Jahren abgegeben. Horn hatte das seinerzeit als „normalen Vorgang“ abgetan – während hinter den Kulissen über andere Gründe spekuliert worden war.

 

 

 

 

 

 

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