Sportplatz Undenheim liegt weiter auf Eis

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Die Mainzer Allgemeine Zeitung - Landskrone - berichtet am 15.7.2016:

 

Undenheim 15.07.2016

 

Sportplatzbau liegt weiter auf Eis

 

Undenheimer Rätselraten: Was sagt die Glaskugel über die Chancen des Sportplatzbaus?  	Archivfoto: Stefan Sämmer

 

Von Wolfgang Kröhler

GEMEINDERAT Patt bei Abstimmung in Undenheim: Fraktionen streiten um „Haus der Vereine“

UNDENHEIM - Im Undenheimer Gemeinderat ergibt sich eine fast schon schizophrene Situation: Alle befürworten den Bau eines neuen Sportplatzes, die Diskussionen laufen seit Jahren, 2010 gab es den ersten Beschluss. Aber seitdem hakt es immer wieder. Auch nach der jüngsten Gemeinderatssitzung, als eigentlich das Ausführungskonzept mit Ausschreibungsformalitäten beschlossen werden sollte. Nach mehrstündiger Debatte plus Sitzungsunterbrechung kam keine Mehrheit zustande, die beiden politischen Blöcke – BfU auf der eine Seite, SPD, WLU und CDU andererseits – standen sich unversöhnlich gegenüber.

Projekt erst im Februar wieder auf Tagesordnung

Durch eine Pattsituation (ein BfU-Ratsmitglied konnte aus Betroffenheitsgründen nicht mit abstimmen) kam keine Mehrheit zustande, das Thema „Sportplatzbau“ kann jetzt voraussichtlich erst wieder im nächsten Februar auf die Tagesordnung gesetzt werden. Stein des Anstoßes bleibt der Bau eines „Hauses der Vereine“, das mittlerweile in das Ausführungskonzept mit aufgenommen worden war. Gleich zu Beginn der Ratssitzung legte Oliver Kornmann von der WLU einen Änderungsantrag seiner Fraktion, der SPD und der CDU vor. Dieser sah vor, dem Ausführungskonzept für die Sportanlage zuzustimmen, allerdings vorerst ohne das „Haus der Vereine“. Konzentrieren solle man sich vorerst auf den Bau des Kunstrasenplatzes mit den Leichtathletikanlagen und den Bau von Umkleidekabinen und Toiletten. Die Argumente überzeugten allerdings nicht die BfU, der Änderungsantrag wurde abgelehnt.

Die Finanzierung ist gesichert

„Wir sind in positiven Gesprächen“ erklärte Ortsbürgermeister Wilhelm Horn (BfU) zur Grundstücksfrage. Er rechnet damit, dass in einigen Wochen der notarielle Schlussstrich gezogen werden könne. Was den Sportplatz betrifft, stellte der Ortschef nochmals klar, dass bis zur Vorlage des Bewilligungsbescheides für die Fördermittel des Landkreises (150 000 Euro) nicht mit dem Bau begonnen werden darf. Damit ist erst im nächsten Frühjahr zu rechnen. Die Finanzierung des Gesamtprojektes sei gesichert, stellte Horn fest. In den Etats bis 2018 seien insgesamt rund 950 000 Euro vorgesehen. Außerdem verfüge die Gemeinde über erhebliche liquide Mittel, die im laufenden Jahr auf etwa 1,2 Millionen steigen würden.

Uwe Bär (SPD) erinnerte daran, dass die Sozialdemokraten seit 2010 das Sportplatzprojekt immer wieder massiv vorangetrieben hätten. Für die sich abzeichnende Kostenexplosion gebe es nach der Bürgerbefragung keine Grundlage. Deshalb sollte man das „Haus der Vereine“ abkoppeln, da ohnehin ein Standort in Ortsrandlage problematisch sei. SPD-Fraktionschefin Christa Möller sagte „Vorrang hat der Sportplatzbau mit Duschen und Umkleide. Also koppeln wir das „Haus der Vereine“ ab“. Das unterstrich auch Beate Barniske (CDU): „Der Sportplatz war und ist vorrangig, das Haus der Vereine nicht“.

„Wir müssen weg von Parteigeplänkel“, forderte Marc Curschmann (BfU). Ein „Haus der Vereine“ habe schon seine Berechtigung, da die nahegelegene Goldbachhalle bereits jetzt stark ausgenutzt sei. Der Bedarf bei den Vereinen sei groß. Helmut Best, Fraktionssprecher der BfU, stellte klar, dass man lediglich zwei getrennte Projekte zusammenführen wolle, um dann auch die sich ergebenen Synergieeffekte nutzen zu können. Von der Opposition werde suggeriert, dass Undenheim mit dem Sportplatzkomplex in finanzielle Probleme kommen könnte. „Das finde ich nicht in Ordnung, unsere Gemeinde ist gut ausgestattet“.

Frank Kowalzik (WLU) sah dies etwas anders, denn auf die Gemeinde kämen noch andere kostenintensive Aufgaben zu. Schon jetzt fehle beispielsweise eine weitere Kita-Gruppe. Alle gegenseitigen Aufrufe zur Vernunft fruchteten allerdings nicht. In der Sportplatzfrage ist eine kurzfristige Lösung nicht in Sicht.

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