3.3.2016 die VG RS läßt Fragende zum Thema PCB Grundschule Undenheim abblitzen. Die CDU Undenheim nimmt Stellung.

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Die Mainzer Allgemeine Zeitung, Landskrone berichtet.

 

Undenheim 03.03.2016

 

VG-Chef Penzer beantwortet Fragen zur PCB-Belatsung an Undenheimer Grundschule

 

Von Ulrich Gerecke

UNDENHEIM - So viele Zuhörer wie am Dienstag kommen selten in den Verbandsgemeinderat Rhein-Selz. Die besorgten Eltern mussten sich fast zwei Stunden gedulden, ehe unter Tagesordnungspunkt 14.1 der PCB-Fund an der Undenheimer Grundschule am Goldbach zur Sprache kam. VG-Bürgermeister Klaus Penzer (SPD) nahm sich Zeit, die Fragen der Grünen-Fraktionen zum Thema zu beantworten.

 

Ob es ihm gelungen ist, die Bedenken der Eltern zu zerstreuen, bleibt abzuwarten. Noch lange nach Penzers Antwort, als der Rat nichtöffentlich weiter tagte, diskutierten die Eltern im Foyer des Oppenheimer DLR weiter. „Es gibt eine große Verunsicherung in Undenheim“, hatte der örtliche CDU-Chef Thomas Zimmerer in der Einwohnerfragestunde betont. Der könne man begegnen, indem man alle Gutachten und Fakten auf den Tisch lege.

 

 

Genau das aber habe die VG rechtzeitig und vollumfänglich getan, versuchte Penzer, die Skeptiker zu überzeugen. Über die erste Messung im April 2012, bei der der TÜV Rheinland in einem Raum eine leicht über dem Mindestwert liegende PCB-Belastung registriert hatte, sei der Schulelternbeirat – entgegen anderslautender Aussagen – sehr wohl informiert worden: am 20. November 2014 mündlich durch den Schulbeigeordneten Rainer Tröger (SPD). Am 11. Dezember 2014 sei das Gutachten auch an Schulleitung und Elternbeirat verschickt worden.

 

Deutlich wies Penzer daher Kritik zurück, die Schule sei 2012 „flächendeckend“ belastet gewesen. „Damals wurde kein unmittelbarer Handlungsbedarf festgestellt. Ich empfinde es als äußerst fahrlässig, den Eltern und der Öffentlichkeit gegenüber immer wieder von einer schadstoffbelasteten Schule zu sprechen.“

 

Blick nach vorne

 

Zudem machte Penzer klar, dass er nun den Blick nach vorne richten wolle. Nachdem im Herbst 2015 erneut PCB gefunden worden war, müsse man nun die Ergebnisse der Probenentnahme durch das Büro ISM vom 20. Februar abwarten. Dann habe man eine „seriöse Grundlage“ und einen Fahrplan für das weitere Vorgehen. Vorher schon teure Wirtschaftlichkeitsberechnungen für einen Neubau oder eine Generalsanierung anzustellen, sei der falsche Weg: „Hier ist die korrekte Reihenfolge der Maßnahme zu beachten.“ Das bedeute nicht, dass sich die VG nicht alle Optionen offen halte: „Ich habe immer gesagt, dass von geringfügigen Maßnahmen bis zum Abriss alles möglich ist.“ Im vergangenen Jahr sei außer PCB und Schimmelpilzsporen in einer Wand im Lehrerzimmer nichts Auffälliges festgestellt worden.

 

Möglicherweise könne ISM die neuen Gutachter-Ergebnisse schon in der kommenden Woche vorlegen. Penzer will dann die VG-Ratsfraktionen und die Öffentlichkeit informieren, über das weitere Vorgehen habe der Rat zu entscheiden. Dass es dann noch einmal keine Reaktion der Eltern geben wird – genau das sei nach dem PCB-Fund im Herbst 2015 passiert, wie Penzer monierte –, ist allerdings kaum zu erwarten. „Ich bitte um einen Termin“, ersuchte eine Elternvertreterin Penzer im VG-Rat und bat um Offenlegung aller Daten, Fakten und Gutachten: „Tun Sie das doch nur, um uns Eltern zu beruhigen.“

Umgekehrt warf Penzer nach der Sitzung im AZ-Gespräch die Frage auf, ob das Vorgehen des Elternbeirats nicht kontraproduktiv gewesen sein. Wenn Eltern ihm gegenüber nun einen Imageschaden für die Schule beklagten, „dann frage ich mich, ob der Elternbeirat nicht besser zu mir gekommen wäre, statt einen offenen Brief zu schreiben“.

 

Die CDU Undenheim nimmt Stellung:

Wir dürfen alle davon ausgehen, dass die Verantwortlichen in der VG RS in Sachen PCB Belastung in der Grundschule Undenheim korrekt und verantwortlich gehandelt haben.

Wir meinen allerdings auch, dass die Berichte der durchgeführten Schadstoffmessungen öffentlich sein sollten. Eine Diskussion ob die Berichte nun schon mal öffentlich waren bzw. zugänglich gemacht worden waren oder nicht ist irrelevant. Die Bevölkerung hat ein berechtigtes Interesse an Transparenz. Mündige Bürger wollen sich selbst ein Urteil bilden und gerade Transparenz schafft Vertrauen.

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