Erster Rheinhessischer Koffermarkt

Drucken E-Mail

Die Mainzer Allgemeine Zeitung berichtet in der Landskrone.

 

Undenheim15.07.2015

Erster rheinhessischer Koffermarkt in Undenheim

Im Heimatmuseum Undenheim fand der erste Koffermarkt in Rheinhessen statt: Stefanie Staude (rechts) bietet ihrer Kundin Helga Zimmerer Schmuck aus dem Koffer an. Alles, was nicht in das Behältnis mit Deckel passt, darf hier nicht verkauft werden. <br />
	Foto: hbz/Michael Bahr

Im Heimatmuseum Undenheim fand der erste Koffermarkt in Rheinhessen statt: Stefanie Staude (rechts) bietet ihrer Kundin Helga Zimmerer Schmuck aus dem Koffer an. Alles, was nicht in das Behältnis mit Deckel passt, darf hier nicht verkauft werden.
Foto: hbz/Michael Bahr

 

 

 

UNDENHEIM - „Ich packe meinen Koffer…“ dürfte im Vorfeld das Motto bei den rund 20 Ausstellern gelautet haben, die ihr Reisegepäck anschließend im Obergeschoss des Heimatmuseums für das Publikum öffneten. Dort fand nach Angaben der Veranstalter eine rheinhessenweite Premiere statt – die Undenheimer CDU lud zum ersten „Koffermarkt“ der Region.

Bevor sich der interessierte Leser auf den gedanklichen Rundgang durch den urigen Dachgeschossraum in der Sackgasse begibt, sollte kurz erläutert werden, was sich genau hinter dem Begriff „Koffermarkt“ verbirgt: „Ich musste selbst auch erst einmal googlen“, erzählt der Undenheimer CDU-Vorsitzende Thomas Zimmerer von seiner ersten Begegnung mit der Koffermarkt-Idee. „Hier darf alles verkauft werden, was in einen Koffer passt“, schildert Zimmerer das Ergebnis seiner Recherche, das ihn und seine Mitstreiter zum Nachahmen motivierte.

Die Koffer selbst stehen also nicht zum Verkauf, sondern lediglich ihr Inhalt, der von den meist aus dem künstlerisch-kreativen Bereich stammenden Ausstellern mit allerhand abwechslungsreichen Dingen bestückt wurde. „In Süddeutschland sind Koffermärkte deutlich weiter verbreitet als bei uns“, ergänzt Ratsmitglied Beate Barniske, die das Koffer-Konzept von einer Reise mit zurück an Selz und Goldbach brachte.

Fotografien, Make-up, Seifen, Stofftiere, Schmuck: Die unterschiedlichsten Dinge blicken dem Besucher aus den geöffneten Transportboxen der Marktbeschicker entgegen – lediglich die handliche Größe haben alle Gegenstände gemeinsam. Für Michael Woznik war die Größenvorgabe für einige potenzielle Verkaufsstücke ein K.o.-Kriterium: „Sperrige Truhen oder Gemälde kann ich hier nicht anbieten“, sagt der Undenheimer, hauptberuflich als Restaurator für Malerei tätig. Stattdessen hat der begeisterte Antiquitätensammler alte peruanische Töpferwaren, Keramik aus dem 19. und Schnitzereien aus dem 18. Jahrhundert im Angebot.

Martin Arndt sitzt derweil hinter einem Tisch mit Büchern und Strickwaren, die eigens von Ehefrau Stefanie angefertigt wurden. Die beiden haben beschlossen, ihre Einnahmen vollständig der Aktion „Leser helfen“ dieser Zeitung zu spenden, für die Framersheimer, die in der vergangenen Woche von einem heftigen Sturm heimgesucht wurden. „Für manche geht es da um die Existenz“, begründet Arndt seinen Schritt.

Am Stand von Christine Haßler-Hartmann kann filigrane Handwerkskunst bewundert werden. Winzige und doch detaillierte Sägewerke aus Birkensperrholz, die in einer halben Walnussschale Platz finden, hat die Hobby-Künstlerin aus Waldlaubersheim im Angebot, aber auch größere Stücke, wie ein Stadtpanorama von Ingelheim.

Knackigerer Titel gewünscht

Der Besucherandrang zur ersten Koffermarkt-Runde, das wurde deutlich, entsprach noch nicht ganz den Vorstellungen der Aussteller. Statt dem etwas mehrdeutigen „Koffermarkt“-Begriff hätte sich mancher auch eher einen knackigeren Titel à la „Kunst aus dem Koffer“ gewünscht. Die Veranstalter zeigen sich mit Blick auf eine Neuauflage im kommenden Jahr offen für Veränderungen: Noch mehr Werbung im Vorfeld und eventuell eine Verlegung in den Herbst, hat das Organisationsteam bereits erste Ideen – momentan befinde sich dieses noch mitten in einem Lernprozess.

© CDU Undenheim 2017