Mainzer Allgemeine Zeitung: Undenheimer Gemeinderat 22.10.2014 Teil 2 - 2013 in Verlustzone

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Die Mainzer Allgemeine Zeitung berichtet am 27.10.2014 weiter von der Undenheimer Gemeinderatssitzung vom 22.10.2014.

 

Undenheim 27.10.2014

Statt Gewinn nun in der Verlustzone

RAT Undenheimer Haushaltsjahr 2013 schließt bei Ergebnisrechnung mit Fehlbetrag von 420 000 Euro ab

UNDENHEIM - (gak). Der Jahresabschluss für das Haushaltsjahr 2013 wurde vom Undenheimer Rat in seiner jüngsten Sitzung angenommen und dem Ortsbürgermeister, den Ortsbeigeordneten sowie dem Bürgermeister und seinen Beigeordneten der Verbandsgemeinde Rhein-Selz Entlastung erteilt. Die Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses, Christa Möller, bestätigte, dass der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften entspreche, es habe keine Einwendungen gegeben. Das Jahr 2013 schließt aber nicht mit einem eigentlich erhofften Gewinn ab, sondern mit einem relativ satten Verlust. So beträgt der Fehlbetrag in der Ergebnisrechnung rund 420 000 Euro, die Finanzrechnung schließt sogar mit einem Minus von 730 000 Euro ab. Das Eigenkapital der Gemeinde beläuft sich allerdings auf rund 13,7 Millionen Euro. Die Fehlbeträge täuschen jedoch eine schlechtere Finanzlage der Gemeinde vor, als sie tatsächlich ist. Im Jahresabschluss konnten beispielsweise noch ausstehende Steueranteile für die Gemeinde nicht eingerechnet werden, wie auch Zuschüsse im Zusammenhang mit dem Kita-Bau noch nicht geflossen sind.

Sportplatz im Blick

Über den Verkauf von Grundstücken waren rund 600 000 Euro eingeplant, die Einnahmen bei dieser Position betrugen aber nur 240 000 Euro. Während die Einkommenssteuer eine sehr stabile Einnahmequelle – auch für die nächsten Jahre – ist, kam über die Gewerbesteuer wesentlich weniger (114 000 Euro) in die Gemeindekasse. Erfreulich dagegen die liquiden Mittel der Gemeinde in Höhe von 514 000 Euro. Auch der Schuldenstand wird kontinuierlich weiter abgebaut. Peter Kohlmann (SPD) gab die Losung aus: „Wir müssen endlich wieder investieren, zum Beispiel in einen neuen Sportplatz“. Das gegenwärtige Zinsniveau lade geradezu dazu ein.

Saskia Planz (WLU) wollte vom Bürgermeister mehr über den Stand der Sportplatzplanung wissen. Es habe mittlerweile ein Gespräch mit dem Fußballverein gegeben. Wegen möglicher Fristen für die Beantragung von Fördergeldern erklärte Ortschef Horn, dass der Gemeinde keine Gelder verloren gingen. Man versuche über den Kreis und die Verbandsgemeinde an entsprechende Mittel zu kommen. VG-Bürgermeister Klaus Penzer ergänzte noch, dass zunächst eine Planung auf den Tisch müsse, dann könne man die notwendigen Finanzmittel in den Etat einstellen. Die Ausschussberatung könnte natürlich schon beginnen.

Friedhof wird umgestaltet

Für den alten, historischen Friedhof oberhalb der katholischen Kirche soll ein Umgestaltungskonzept erarbeitet werden. Auf Antrag der BfU-Fraktion fasste der Gemeinderat diesen Grundsatzbeschluss in seiner jüngsten Sitzung. Im zuständigen Ausschuss sollen die entsprechenden Vorschläge erstellt werden. Als Grundlage sollen die Ideen der Studenten der Universität Geisenheim dienen, die im vergangenen Jahr Machbarkeitsstudien entwickelt haben.

Auf dem alten Friedhof müssten dringend verschiedene Sanierungsmaßnahmen vorgenommen werden, erklärte Fraktionschef Helmut Best. So sei die Einfriedungsmauer zum Mühlweg einsturzgefährdet, die drei Ehrenmale der Kriege von der Witterung stark angegriffen, und die Wasserführung bedrohe die Bausubstanz der katholischen Kirche. Außerdem soll für den Undenheimer Widerstandskämpfer Staatsrat Ludwig Schwamb eine würdige Gedenkstätte geschaffen werden, so die Vorschläge von Best.

Kosten verteilen

Seine Fraktionskollegin Susanne Herdegen ergänzte, dass man die anstehenden Aufgaben in einzelnen Gewerken angehen könnte, sodass man die Kosten auf die folgenden Jahre verteilen könne.

WLU-Sprecher Frank Kowalzik sah in dieser Initiative einen sinnvollen Antrag und begrüßte die Gesamtkonzeption. Unterstützung auch von der SPD, die sich laut Christa Möller aber eine schnelle Realisierung der Gedenkstätte für Ludwig Schwamb wünscht. Denn am 23. Januar 2015 jähre sich der 70. Todestag des Widerstandskämpfers.

 

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